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Aktuelles

ÖCV gedenkt seiner Opfer des Nationalsozialismus

Gedenkzug und Trauermesse als starkes Zeichen der Erinnerung

 ÖCV Chargiertencorps (c) Christian Georgescu

ÖCV Chargiertencorps (c) Christian Georgescu

Im März 2018 jährt sich der "Anschluss" Österreichs an Hitler-Deutschland zum 80. Mal. Viele Bundes- und Cartellbrüder waren erbitterte Feinde des Nationalsozialismus und bekämpften ihn auf zahlreichen Ebenen.

Bereits in der Nacht vom 11. auf den 12. März 1938 vor dem Einmarsch deutscher Einheiten wurden zahlreichen Buden gestürmt und Verbindungseigentum zerstört. Während dem NS-Regime sind 26 unserer Bundes- und Cartellbrüder dem Nationalsozialismus zum Opfer gefallen. Noch viel mehr wurden verfolgt und kamen mit dem Leben davon. "Ihr Widerstand und Kampf für ein freies Österreich während der NS-Zeit darf nicht vergessen werden", mahnt Michael Jayasekara, Präsident des ÖCV, deutlich ein.

Für unsere Prinzipien einzustehen hat vielen Menschen das Leben gekostet und ist heute mit damals wohl kaum zu vergleichen. Ihr Tod ist uns Verpflichtung. Am 18. Februar bei einer Hl. Messe im Dom zu St. Stephan haben wir sie in unser Gebet geschlossen und ihrer gedacht.

 

Liste der getöteten Mitglieder einer ÖCV-Verbindung

Kerze (c) jorgeantonio.jpg

Ludwig Bernegger (Kb) wurde bei seiner Verhaftung am 13. März 1938 in Linz erschossen.

Karl Biack (Nc) wurde am 22. Juli 1944 wegen „Vorbereitung zum Hochverrat“ und Hörens von „Feindsendern“ zum Tode verurteilt und am 7. November 1944 in München-Stadelheim hingerichtet.

Walter Caldonazzi (Am) wurde wegen seiner Mitgliedschaft bei der Widerstandsgruppe „Maier-Messner-Caldonazzi“ zum Tode verurteilt und am 9. Januar 1945 in Wien hingerichtet.

Franz Deutsch (NdW) war „Volljude“ im Sinne der Ersten Verordnung zum Reichsbürgergesetz vom 14. November 1935 und ist 1942 oder später im Ghetto oder KZ Riga umgekommen.

Engelbert Dollfuß (F-B) wurde am 25. Juli 1934 von nationalsozialistischen Putschisten im Bundeskanzleramt ermordet.

Josef Dungel (Dan) war Epileptiker und wurde höchstwahrscheinlich im August 1940 in der Sonderanstalt Hartheim (Oberösterreich) vergast („Euthanasie“).

Max Gererstorfer (Baj) ist als Mitglied der militärischen Widerstandsgruppe „Käs“ beim Versuch, Kontakt zur Roten Armee aufzunehmen, am 6. April 1945 bei Wien umgekommen.

Johann Gruber (Nc) wurde am Karfreitag, dem 6. April 1944, im KZ Mauthausen auf das brutalste mißhandelt und erdrosselt.

Ferdinand Habel (BbW) wurde nach der Kundgebung der Katholischen Jugend im Oktober 1938 verhaftet und starb am 3. Februar 1940 im KZ Mauthausen an Hungertyphus.

Johann Hardeck (Am) war „Volljude“ im Sinne der Ersten Verordnung zum Reichsbürgergesetz vom 14. November 1935 und ist im Außenlager Kaufering des KZ’s Dachau am 3. März 1945 an Entkräftung verstorben.

Adolf Hörhager (AIn) starb am 1. Februar 1940 im KZ Mauthausen an den Strapazen der Steinbruch-Arbeit.

Walter Krajnc (Vi) verweigerte einen Erschießungsbefehl, wurde wegen seiner Kontakte zur Résistance zum Tode verurteilt und in der Nähe von Avignon am 29. Juli 1944 durch Erschießen hingerichtet.

Karl Krczmar (BbW) wurde wegen Wehrkraftzersetzung zum Tode verurteilt und in Wien-Kagran am 2. Februar 1942 durch Erschießen hingerichtet.

Karl (von) Kummer (M-D) war „Halbjude“ („Mischling ersten Grades“) im Sinne der Ersten Verordnung zum Reichsbürgergesetz vom 14. November 1935 und kam im September 1944 im KZ Buchenwald bei einem alliierten Bombenangriff um.

Heinrich Maier (NbW) war der führende Kopf der Widerstandsgruppe „Maier-Messner-Caldonazzi“, wurde zum Tode verurteilt und am 22. März 1945, der letzten Hinrichtung im Wiener Landesgericht, geköpft.

Rudolf von Mayer (Wf, Le) wurde mit dem Vermerk „vorbeugende Schutzhaft, politisch/§ 175 RStGB“ (Homosexualität) Ende Mai 1941 ins KZ Auschwitz eingeliefert, wo er am 19. August 1942 umgekommen ist.

Ludwig Mooslechner (AIn) wurde wegen Kontakts zu den „Koralmpartisanen“ im März 1945 verhaftet und am 10. April auf der Hebalm erschossen.

Johann Kapistran Pieller OFM (Cl) war Mitglied der „Antifaschistischen Freiheitsbewegung Österreichs“, wurde 1944 zum Tode verurteilt und am 15. April 1945 in Stein (Krems) erschossen.

Heinrich Pühringer (AIn) wurde nach einem kriegsgerichtlichen Verfahren Ende am 18. Dezember 1944 in Nystad (Kreis Mosjøen, Norwegen) durch Erschießen hingerichtet.

P. Franz Reinisch SAC (Le) verweigerte den Militärdienst, wurde zum Tode verurteilt und am 21. August 1942 im Zuchthaus Brandenburg hingerichtet.

Franz Seywald (AW) wurde am 22. Juli 1944 wegen „Vorbereitung zum Hochverrat“ und Hörens von „Feindsendern“ zum Tode verurteilt und zwei Tages später, am 24. Juli 1944, von fanatisierten Gefängniswärtern im Untersuchungsgefängnis Salzburg ermordet.

Hermann Sinz (AIn) wurde im Rahmen eines kriegsgerichtlichen Verfahrens zum Tode verurteilt und am 15. März 1944 bei Baryssau (Borissow, Weißrußland) standrechtlich erschossen.

Richard Steidle (AIn) wurde im KZ Buchenwald am 30. August 1940 „auf der Flucht“ erschossen.

Hans Sylvester (BbW EM) erlag im KZ Dachau am 19. Januar 1939 den Qualen der Haft.

Franz Virnich (R-F, AIn) wurde wegen Volksverleumdung verurteilt und starb an den Folgen der Haft am 5. April 1943 im Zuchthaus Brandenburg.

Hans Karl (Frhr. von) Zeßner-Spitzenberg (Tt, NbW) erlag am 1. August 1938 im KZ Dachau den ihm zugefügten schweren Mißhandlungen.

Nach Gerhard Hartmann, Für Gott und Vaterland. Geschichte und Wirken des CV in Österreich. Kevelaer 2006, SS. 459ff. (inkl. der nach Erscheinen des Buches erfolgten Ergänzungen und Korrekturen).

Für ausführliche Lebensbilder siehe auch: www.oecv.at/Biolex

Nicolas Rathauscher